Haru-Shiai (Frühlingsturnier) in Albersdorf

04.05.2008

Am 04.05.2008 war es soweit, die Karateka von Rot-Schwarz Kiel stellten sich ihrem ersten Karate-Wettkampf.

In einem beispiellosen Crashkurs waren wir von Trainer Sascha Petrovic auf diesen Wettkampf vorbereitet worden. Wir hatten die „ein Treffer – ein Punkt“ – Regeln eines Turnierkampfes staunend registriert. (Auf einem Wettkampf sind nur wenige Techniken erlaubt, bei zu starkem Kontakt erfolgt keine Wertung). Würden sich unsere starken Kämpfer darauf einstellen können?

Konditionell sind wir aus dem normalen Training schon einiges gewöhnt, aber dieser Trainingsteil hatte es in sich. Die Katas (festgelegte Formen im Karate) wurden individuell angepasst, auf Wettkampfeignung überprüft und geübt, geübt, geübt.

Neun mutige Sportler traten am 04.05.2008 frühmorgens mit leicht mulmigen Gefühlen den Weg nach Albersdorf an. Optimal motiviert von Trainer Sascha Petrovic: „Die Anderen trainieren ständig Wettkampfkarate. Ganz klar, wir haben überhaupt keine Chance.“ Wir traten also völlig ohne Erfolgsdruck an. Wir hatten keine Chance, und waren dennoch entschlossen, unser Dojo so gut wie eben möglich zu vertreten.

Das Turnier begann mit dem obligatorischen Angrüßen.

Die erste Disziplin, die den gesamten Vormittag dauern sollte, war Kata-Wettkampf. Auf zwei Wettkampfflächen wurde zeitgleich gerichtet. Den Überblick zu behalten, wie man im Vergleich zu seinen Kontrahenten beurteilt wurde, gelang keinem von uns. Es wurden Katas aus den unterschiedlichsten Karatestilen gezeigt, was einen Vergleich noch erschwerte. Unsere Goju-Ryu Katas sind größtenteils sehr alte, traditionelle Formen mit langsamen und schnellen Passagen. Es genügt nicht, die Techniken aneinander zu reihen um eine gute Kata zu zeigen, man muss die Formen spüren können. Einigen unserer Karateka gelang auf dem Wettkampf nochmal eine extreme Steigerung:

Patrik zeigte eine ausdrucksstarke Kata Seenchin mit sehr tiefen Ständen und punktgenauen Tempowechseln.

Florian erstaunte uns mit seiner explosiven Kata Saifa, mit viel Kraft und Schnelligkeit.

Die Waffenkatas von Lennard und Patrik waren einfach nur cool. Die beiden Jungs handhabten den 2 Meter langen Bo sicher, schwungvoll und fehlerfrei.

Jeder unserer Wettkämpfer lief seine Katas in persönlicher Bestleistung. Doch würde das ausreichen, um gegen erfahrene Wettkämpfer mit ihren moderneren Wettkampfkatas zu bestehen? Wir mussten bis zur Siegerehrung warten, um die Platzierungen zu erfahren.

Nachmittags waren die Kämpfer an der Reihe. Ein Kampf dauert auf einem Turnier nur 1-2 Minuten, immer wieder von den Kampfrichtern unterbrochen. Hier waren die Ergebnisse schnell klar:

Matti sorgte mit einem entschlossenen und mutigen Auftritt nach drei Kämpfen für die erste Überraschung des Tages. Er erreichte gegen eine starke Konkurrenz in der Gruppe der 10-12 Jährigen einen fantastischen zweiten Platz.

Sascha erreichte trotz angeschlagener Gesundheit ebenfalls einen hervorragenden zweiten Platz bei den Männern (Braungurte und Danträger).

Die Mannschaftswertung brachte einen weiteren schönen Kronsburger Erfolg. Tjark, Lennard und Matti holten zusammen verdient den zweiten Platz.

Das Bild des Tages lieferte Jörg, der in der ersten Runde auf den späteren Sieger in der Klasse der Männer bis Grüngurte traf. Durch eine Aktion von Jörg halb am Boden, hing der Blick seines Gegners gebannt an Jörgs Faust, die wie zu einem „Bud Spencer-Schlag“ direkt über ihm erhoben war. Regelwidrig! – Kein Punkt!

Nun war also klar, dass wir drei Pokale mit nach Kronsburg bringen würden. Welch ein schöner Erfolg für unser Team! Und es sollte noch viel besser kommen!

Es war schon spät, als die Siegerehrung endlich begann. Ca. 45 Pokale wurden an diesem Abend an die Sportler verliehen, mit 15! errungenen Pokalen war das Dojo von Rot-Schwarz Kiel schließlich mit großem Abstand das erfolgreichste!

Hier die Platzierungen im Einzelnen:

  • Sascha: 2. Platz Kata, 2. Platz Waffenkata, 2. Platz Kumite (Kampf)
  • Matti: 1. Platz Kata, 2. Platz Kumite
  • Lennard: 1. Platz Waffenkata, 2. Platz Kata
  • Patrik: 2. Platz Waffenkata, 3. Platz Kata
  • Tjark: 2. Platz Kata
  • Florian: 2. Platz Kata
  • Sabine: 2. Platz Kata
  • Jörg: 2. Platz Kata
  • Teamkata: 2. Platz (Lennard, Patrik, Tjark)
  • Teamkumite: 2. Platz (Matti, Tjark, Lennard)
  • Jannis Carow erwischte einen ungünstigen Start, er steigerte sich im Laufe des Wettkampfes deutlich, verfehlte das Siegertreppchen gegen eine sehr starke Konkurrenz dennoch knapp.

Erwähnt werden muss noch der absolut faire und freundliche Umgang der Sportler miteinander auf diesem Turnier, der für diese Sportart so typisch ist. Mit großem Interesse tauschten die Teilnehmer Erfahrungen aus, Techniken der unterschiedlichen Stilrichtungen wurden ausprobiert, und die Sieger der einzelnen Disziplinen erhielten neidlose Anerkennung.

Zum Abschluss dieses Berichtes noch ein Zitat von Sascha, denn das letzte Wort sollte immer der Trainer haben. An das Dojo gewandt: „Ihr seid der wildeste und stärkste Haufen, den ich je trainiert habe.“

Rei!